Wandheizung | Trockenbau
Die Wandheizung gehört zu den ältesten Heizprinzipien: Schon die Römer leiteten warme Luft durch Kanäle in Böden und Wänden und schätzten die wohltuende Strahlungswärme. Bei der wassergeführten Wandheizung wird die gesamte Wandoberfläche über ein Rohrsystem rasch und gleichmäßig erwärmt. Im Sommer kann mit demselben System gekühlt werden – Voraussetzung ist ein kühlfähiger Wärmeerzeuger, z. B. eine reversible Wärmepumpe, sowie eine Taupunktüberwachung.
Wo eine Wandheizung eingesetzt werden kann:
- Neubau
- Dachgeschossausbau
- Dachschrägen
- Altbau/Sanierung
- Medizinische Einrichtung
- Gebäude unter Denkmalschutz
- Einzelraumsanierung, wie z.B. Badezimmer
- Raumkühlung über die Wand
Angenehm warm dank Strahlungswärme
Die Wandheizung arbeitet überwiegend mit Strahlungswärme: Die warme Wandfläche gibt Wärme als langwellige Infrarotstrahlung ab. Diese erwärmt Personen, Einrichtungsgegenstände und die übrigen Raumflächen direkt – ähnlich wie man die Wärme eines Kachelofens oder einer sonnenbeschienenen Mauer spürt. Weil die Flächen im Raum warm sind, empfinden wir die Raumtemperatur schon bei etwas niedrigerer Lufttemperatur als behaglich.
Ein weiteres Plus: Da kaum Luftbewegung entsteht, wird deutlich weniger Staub aufgewirbelt als bei Heizkörpern. Im Sommer fließt ca. 16–20 °C kühles Wasser durch die Rohre – so bleiben die Räume angenehm kühl. Voraussetzung dafür ist ein kühlfähiger Wärmeerzeuger, z. B. eine reversible Wärmepumpe, sowie eine Taupunktüberwachung.


Dachschrägen? Kein Thema!
Die Modul-Wandheizung/-Kühlung ist ein Trockenbausystem mit vielen verschiedenen Plattenformaten. Die Platten sind flexibel einsetzbar und lassen sich an nahezu jeder Wand und auch in Dachschrägen verbauen. Mit einer Plattenstärke von nur 18 mm ist die ModulWand besonders platzsparend – ideal für den Dachgeschossausbau.
Auch im Sommer ein Volltreffer: Mit demselben System kann sie kühlen und so die Überhitzung im Dach-geschoss spürbar mindern. Voraussetzung ist ein kühlfähiger Wärmeerzeuger, z. B. eine reversible Wärme-pumpe, sowie eine Taupunktüberwachung. Bei starker Sonneneinstrahlung empfiehlt sich zusätzlich ein außenliegender Sonnenschutz.

Kuschliges Badezimmer
Die Modul-Wandheizung lässt sich auch nachträglich in einzelnen Räumen installieren. Mit einer Wandheizung wird das Badezimmer noch behaglicher: Die Wandheizung im Trockenbau heizt sich rasch auf und wärmt das Bad in kurzer Zeit. Die warmen Wandflächen trocknen nach dem Duschen schneller ab.
Sollen die Heizkörper in den anderen Räumen erhalten bleiben, hat Variotherm die Lösung: Die VarioPumpenVerteilerstation oder die PumpenMikrostation verbindet das neue Niedertemperatur- mit dem bestehenden Hochtemperatursystem. Die vorhandenen Heizkörperanschlüsse können in der Regel weiterverwendet werden.
Bilder aufhängen leicht gemacht
Bei der Modul-Wandheizung/-Kühlung sind die Heiz- und Kühlrohre auf der Rückseite der Platte eingelegt. Die Alu-Mehrschicht-Verbundrohre lassen sich gut orten: Ein geeignetes Metallortungsgerät erkennt die VarioModul-Rohre an ihrer Aluminiumschicht und zeigt sie per Signalton und LED an. Im Heizbetrieb können die Rohre zusätzlich mit einer Thermofolie sichtbar gemacht werden.
Wichtig: Orten Sie die Rohre vor jeder Bohrung sorgfältig und halten Sie ausreichend Abstand zum Rohrverlauf. Im Zweifel fragen Sie Ihren Fachbetrieb.

Können vor einer Wandheizung Möbel aufgestellt werden?
Ja – mit Augenmaß. Wird zu viel Fläche einer Wandheizung/-kühlung verstellt, mindert das die Heiz- und Kühlleistung. Gut geeignet sind kleinere Regale, Sideboards oder eine Couch mit etwas Wandabstand. Eine Wohnwand oder ein großer Schrank sind dagegen ungeeignet, da sie zu viel Heiz- und Kühlfläche abdecken. Als Faustregel gilt: höchstens 15 % der beheizten Fläche verstellen.
Unser Tipp: Stimmen Sie Ihr Raumkonzept und Ihre Inneneinrichtung im Vorhinein ab.
Laufend Energie sparen
Eine Wandheizung ist ein Niedertemperatursystem: Durch die großflächige Verlegung genügt eine niedrige Vorlauftemperatur. Je nach Außentemperatur reichen meist 26 bis 38 °C. Konventionelle Heizkörper benötigen dagegen Vorlauftemperaturen von bis zu 60 °C, weil sie die Wärme über eine deutlich kleinere Fläche abgeben. Niedrige Vorlauftemperaturen ermöglichen einen besonders effizienten Betrieb von Wärmepumpen und Brennwertkesseln.
Ein weiterer Vorteil der Strahlungswärme: Die Raumlufttemperatur kann im Vergleich zu Konvektionsheizungen um ca. 1–2 °C niedriger eingestellt werden – bei gleicher Behaglichkeit. Jedes Grad weniger Raumtemperatur spart rund 6 % Heizenergie.*
* Quelle: Verbraucherzentrale, „Heizung: 10 einfache Tipps zum Heizkosten sparen“ – verbraucherzentrale.de
Unser Tipp: Gut gedämmte Decken und Außenwände verringern den Wärmeverlust im Raum.

Wandheizung im Vergleich zur Fussbodenheizung
Wand- und Fußbodenheizung arbeiten beide überwiegend mit Strahlungswärme – aber mit einem Unterschied: Ein stehender oder sitzender Mensch „sieht“ mit einem großen Teil seiner Körperoberfläche zur Wand hin, zum Boden dagegen vor allem mit Füßen und Beinen. Die Strahlungswärme einer Wandheizung erreicht den Körper deshalb großflächiger und wird als besonders angenehm empfunden.
Je nach Wärmebedürfnis kann man bei einer Wandheizung zudem den Abstand zur Heizfläche selbst wählen – bei einer Fußbodenheizung steht man direkt auf der warmen Fläche.
Ein weiterer Vorteil gegenüber der Fußbodenheizung im Nassestrich: Die Wandheizung im Trockenbau reagiert schneller. Sie kann rascher auf Temperaturschwankungen reagieren, etwa wenn die Sonne in der Übergangszeit am Nachmittag den Raum erwärmt.
Unser Tipp: Die Kombination aus Wand- und Fußbodenheizung verbindet die Vorteile beider Systeme – warme Füße und großflächige Strahlungswärme auf Körperhöhe.

Gibt es bei einer Wandheizung auch Nachteile?
- Die beheizte oder gekühlte Wand sollte nicht großflächig mit Möbeln verstellt werden, da die Wärmeabgabe sonst beeinträchtigt wird (Faustregel: höchstens 15 % der Fläche). Dennoch bietet sie viele Freiheiten in der Raumgestaltung – denn störende Heizkörper entfallen.
- Beim Bilderaufhängen ist Sorgfalt gefragt: Orten Sie die Alu-Mehrschicht-Verbundrohre vor jeder Bohrung mit einem geeigneten Metallortungsgerät oder – im Heizbetrieb – mit einer Thermofolie.
- Für die Kühlfunktion ist ein kühlfähiger Wärmeerzeuger, z. B. eine reversible Wärmepumpe, sowie eine Taupunktüberwachung erforderlich. Die Kühlleistung ist geringer als bei einer Klimaanlage, eine Luftentfeuchtung findet nicht statt.



